
Kundenspezifische Preise, Freigaben, Rechnungskauf, ERP-Anbindung: Was einen B2B-Shop ausmacht, welche Systeme es gibt, was Aufbau und Betrieb kosten und wie ein Projekt in sechs Phasen abläuft.
Ein B2B-Shop ist ein Bestellportal für Geschäftskunden, kein B2C-Shop mit Nettopreisen. Kundenspezifische Preise, Freigabeprozesse, Budgets, Schnellbestellung und Rechnungskauf gehören zur Grundausstattung, und fast jede dieser Funktionen hängt an der Anbindung des ERP-Systems.
Für die Systemwahl gibt es keine pauschale Antwort. Shopware (Community Edition kostenlos, Evolve mit B2B Components ab 2.400 € im Monat), Shopify Plus (ab 2.100 € im Monat bei drei Jahren Laufzeit), OroCommerce, Sana Commerce, Adobe Commerce und SAP Commerce Cloud decken unterschiedliche Größenordnungen ab. Die Enterprise-Systeme nennen Preise nur auf Anfrage.
Realistische Budgets im ersten Jahr: 40.000 bis 75.000 € für ein Bestellportal auf Basis der Shopware Community Edition, 150.000 bis 250.000 € für einen B2B-Shop mit Evolve, individueller ERP-Schnittstelle und Freigabeprozessen, ab 300.000 € für Enterprise-Plattformen. Bis zum Go-Live vergehen 3 bis 9 Monate, bei Enterprise-Plattformen bis 18 Monate, und der Aufbau beginnt mit Preislogik und ERP-Daten, nicht mit der Systemwahl.
Wir haben vor der Gründung von solution25 selbst einen Online-Shop aufgebaut und auf mehr als 500 Bestellungen am Tag gebracht. Seit 2017 setzen wir Shop-Projekte auf Shopware, Shopify und WooCommerce um, darunter B2B-Shops für Großhändler und Hersteller mit Anbindung an ERP und Warenwirtschaft.
Solange Geschäftskunden per Telefon, E-Mail oder Fax bestellen, tippt der Innendienst Aufträge ab, die ein B2B-Shop selbst erfassen könnte. Dieser Beitrag richtet sich an Geschäftsführer und Vertriebsleiter von Großhändlern und Herstellern, die einen B2B-Shop aufbauen, und an E-Commerce-Verantwortliche im Mittelstand, die ein bestehendes Händlerportal ablösen wollen.
Nach dem Lesen können Sie entscheiden, welche Funktionen Ihr B2B-Shop zum Start braucht, welches System und welcher Shopware-Plan dazu passen und mit welchem Budget und Zeitplan Sie rechnen sollten. Lizenzpreise stammen von den offiziellen Preisseiten, Budgets aus unseren Projekten. Alle Preise Stand Oktober 2026, zuzüglich Mehrwertsteuer.
Ein B2B-Shop (auch B2B-Onlineshop oder B2B-Webshop) verkauft an Unternehmen: der Großhändler an Fachhändler, der Hersteller an Weiterverarbeiter, der Lieferant an Betriebe mit wiederkehrendem Bedarf. Der Einkäufer bestellt nicht für sich, sondern im Auftrag seiner Firma, mit ausgehandelten Konditionen, Budgetgrenzen und Freigaberegeln.
Der B2B-E-Commerce wächst schneller als der Gesamtumsatz der Branche: Hersteller und Großhändler in Deutschland haben 2025 laut dem B2B-Marktmonitor 2026 des ECC KÖLN 549 Mrd. € über Onlineshops und Marktplätze umgesetzt, 7,9 % mehr als im Vorjahr. Das sind 13,3 % ihres Gesamtumsatzes; rund ein Viertel davon läuft über Marktplätze, der Rest über eigene Shops.
Für 2026 rechnet das ECC KÖLN mit 587 Mrd. €. 67 % der befragten Entscheider erwarten, dass sich in den nächsten zwölf Monaten weiterer Umsatz von klassischen Vertriebswegen in den E-Commerce verlagert.
| Merkmal | B2C-Shop | B2B-Shop |
|---|---|---|
| Preise | Ein Preis für alle, brutto | Kundenspezifisch, netto, Staffelpreise, Rahmenverträge |
| Käufer | Eine Person entscheidet und zahlt | Mehrere Personen: Einkäufer, Freigeber, Buchhaltung |
| Warenkorb | Wenige Positionen, oft spontan | Dutzende Positionen, Wiederbestellungen, Artikelnummern |
| Zahlung | PayPal, Karte, Rechnungskauf über Dienstleister | Rechnung mit Zahlungsziel, Lastschrift, Kreditlimit aus dem ERP |
| Registrierung | Offen, Gastbestellung möglich | Freischaltung nach Prüfung, Firmendaten, USt-IdNr. |
| Führendes System | Der Shop | Das ERP (Preise, Bestände, Konditionen) |
| Recht | Widerrufsrecht, PAngV, BFSG | Kein Widerruf, Nettopreise zulässig, AGB nach HGB |
Ein B2B-Onlineshop ist deshalb weniger Marketingkanal als ein rund um die Uhr erreichbares Self-Service-Portal für Prozesse, die bisher per Telefon, Fax oder E-Mail liefen.
Diese Funktionen stehen in fast jedem Lastenheft, das wir für B2B-Projekte sehen. Entscheidend ist weniger, ob ein System sie anbietet, sondern wie gut sie mit den Daten aus dem ERP zusammenspielen.
Im B2B gibt es selten einen Preis für alle. Kunde A hat 12 % Rabatt auf eine Warengruppe, Kunde B einen Rahmenvertrag mit Festpreisen, Kunde C Staffelpreise ab 50 Stück. Diese Logik lebt im ERP und muss im Shop exakt so erscheinen, netto und mit korrekter Steuerbehandlung bei Lieferungen ins EU-Ausland.
Laut B2B-Marktmonitor 2026 sehen 60 % der befragten Unternehmen kundenspezifische Preise als wirksames Mittel gegen Kannibalisierung zwischen den Vertriebskanälen. Wie sich solche Regeln in Shopware abbilden lassen, beschreiben wir unter Preisregeln in Shopware; für individuelle Preislisten je Kunde gibt es außerdem unser Plugin Quotes Customer Specific Pricing.
Ein Firmenkonto hat mehrere Nutzer mit unterschiedlichen Rechten. Der Einkäufer legt Positionen in den Warenkorb, der Abteilungsleiter gibt Bestellungen ab 2.000 € frei, die Buchhaltung sieht Rechnungen und offene Posten. Fehlt diese Struktur, teilen sich am Ende fünf Mitarbeiter einen Login, und niemand weiß, wer was bestellt hat.
Ein Einkäufer, der jede Woche 80 Positionen bestellt, blättert nicht durch Kategorien. Er gibt Artikelnummer und Menge ein, lädt eine CSV-Datei hoch oder ruft eine gespeicherte Bestellliste auf. Nachbestellen aus der Historie mit einem Klick gehört ebenfalls dazu.
Alle genannten Funktionen haben eines gemeinsam: Die Daten liegen nicht im Shop, sondern im ERP oder in der Warenwirtschaft. Ein B2B-Shop ohne Schnittstelle ist ein Formular mit Produktbildern, und der Innendienst tippt die Bestellungen weiterhin ab.
Ein Aufbau, den wir in dieser Form mehrfach umgesetzt haben: Das ERP (etwa Microsoft Dynamics 365 Business Central, SAP Business One, weclapp oder Xentral) bleibt das führende System für Kunden, Preise und Bestände. Shopware übernimmt Katalog, Kundenkonto, Warenkorb und Checkout. Dazwischen synchronisiert ein Konnektor oder eine Middleware Preise stündlich, Bestände alle 5 bis 15 Minuten und Bestellungen sofort.
Bei großen Sortimenten pflegt ein PIM-System die Produktdaten. Welche Systeme wir anbinden, zeigt unsere Übersicht zu ERP- und CRM-Integrationen für Shopware.
Eine Grundsatzfrage sollten Sie früh klären: Werden Preise live aus dem ERP abgefragt oder in den Shop repliziert? Live-Preise sind immer exakt, machen den Shop aber von der Verfügbarkeit des ERP abhängig. Replizierte Preislisten mit stündlicher Aktualisierung reichen den meisten Großhändlern.
Die Übersicht nennt die offiziellen Listenpreise, soweit die Anbieter sie veröffentlichen. Bei allen Systemen hängt der tatsächliche Preis vom Umsatz, von der Nutzerzahl oder von individuellen Faktoren ab.
| System | Lizenz (Stand Oktober 2026) | B2B-Funktionen im Standard | Passt für |
|---|---|---|---|
| Shopware 6 | Community Edition 0 €, Rise ab 600 € im Monat, Evolve ab 2.400 € im Monat, Beyond individuell | B2B Components ab Evolve: Angebote, Mitarbeiter und Rollen, Freigaben, Schnellbestellung, Bestelllisten, Budgets, Organisationseinheiten; kundenspezifische Preise in Beyond | Mittelstand, Hybrid aus B2B und B2C, eigene Prozesse, Hosting in Deutschland |
| Shopify Plus | Ab 2.250 € im Monat bei einem Jahr, 2.100 € bei drei Jahren Laufzeit (Shopify); B2B-Grundfunktionen auch in Basic, Grow und Advanced (maximal 3 Kataloge) | Firmenprofile mit Standorten, Kataloge mit Kundenpreisen, Mengenregeln, Staffelpreise, Zahlungsziele, Schnellbestellliste | Marken mit B2C-Schwerpunkt und einfacherem B2B-Zweig, internationale Shops |
| OroCommerce | Community Edition kostenlos (Open Source), Enterprise Edition nach GMV, Hosting und Admin-Nutzern, auf Anfrage | Firmenkonten mit Rollen, mehrere Preislisten, Angebotsanfragen, Freigaben, Einkaufslisten, integriertes CRM | Großhändler und Hersteller mit komplexen Preislisten, reines B2B |
| Sana Commerce Cloud | Pakete Essential, Pro und Advanced, Preise auf Anfrage | Läuft direkt auf dem ERP (SAP, Microsoft Dynamics), Echtzeit-Bestände und Dokumente, Angebot zu Auftrag ab Pro, Konto-Hierarchien ab Advanced | Unternehmen, deren Prozesse vollständig in SAP oder Dynamics abgebildet sind |
| Adobe Commerce | Auf Anfrage; B2B-Erweiterung für Adobe Commerce, nicht Teil von Magento Open Source | Firmenkonten mit Hierarchien, geteilte Kataloge mit Kundenpreisen, verhandelbare Angebote, Bestelllisten, Einkaufsfreigaben | Enterprise mit eigenem Entwicklungsteam, internationale Multi-Site-Setups |
| SAP Commerce Cloud | Auf Anfrage | Organisationseinheiten, Kostenstellen, Budgets, Einkaufslimits, Freigabe-Workflows, Anbindung an SAP ERP | Konzerne mit SAP-Landschaft und mehreren Ländergesellschaften |
Shopware setzen wir im Mittelstand am häufigsten für B2B-Projekte mit eigenen Prozessen ein. Die Community Edition ist lizenzfrei bis 1 Mio. € Warenumsatz im Jahr, die B2B Components sind laut Preisseite von Shopware ab Evolve enthalten, kundenspezifische Preise und Bestände über mehrere Standorte erst in Beyond. Die Gesamtkosten haben wir unter Shopware Kosten aufgeschlüsselt.
Firmenprofile, Zahlungsziele, Mengenregeln und Staffelpreise gibt es laut Shopify-Dokumentation schon in Basic, Grow und Advanced, mit höchstens 3 aktiven Katalogen. Direkt einem Unternehmen zugewiesene Kataloge, Anzahlungen und Teilzahlungen bleiben Shopify Plus vorbehalten, das laut Shopify ab 2.250 € im Monat bei einjähriger und 2.100 € bei dreijähriger Laufzeit kostet.
Für Marken, die bereits auf Shopify verkaufen und einen überschaubaren Händlerzweig aufbauen, ist das ein kurzer Weg. Bei komplexer Preislogik und tiefen ERP-Prozessen sind die Grenzen schneller erreicht, wie unser Vergleich Shopify oder Shopware zeigt.
OroCommerce wurde von Anfang an für B2B entwickelt: Firmenkonten mit Rollen, mehrere Preislisten, Angebotsanfragen, Freigaben und ein integriertes CRM gehören zum Kern. Die Community Edition ist laut Oro kostenlos und Open Source, die Enterprise Edition wird nach GMV, Hosting und Admin-Nutzern kalkuliert. Der Partnermarkt im deutschsprachigen Raum ist klein.
Sana Commerce läuft direkt auf dem ERP, ohne eigene Produktdatenbank und ohne Middleware: Preise, Bestände und Dokumente kommen in Echtzeit aus SAP oder Microsoft Dynamics. Die drei Pakete gibt es laut Sana nur auf Anfrage, Punchout ist ein kostenpflichtiges Zusatzmodul. Der Preis für die konsistente Datenbasis ist die Abhängigkeit: Jede Shop-Funktion ist nur so flexibel wie das ERP dahinter.
Adobe Commerce bringt mit seiner B2B-Erweiterung Firmenkonten mit Hierarchien, geteilte Kataloge, verhandelbare Angebote, Bestelllisten und Einkaufsfreigaben mit; Listenpreise nennt Adobe nicht. SAP Commerce Cloud richtet sich an Konzerne mit SAP-Landschaft: Organisationseinheiten, Kostenstellen, Budgets und Freigabe-Workflows sind Standard. Beide setzen ein eigenes Entwicklungsteam oder einen großen Integrationspartner voraus.
Viele Händler unterschätzen, wie viel B2B ohne Lizenz möglich ist. Shopware 6 bringt im Kern die Bausteine für einen geschlossenen Händlershop mit:
Damit lässt sich ein Bestellportal für Bestandskunden ohne Lizenzkosten bauen, solange der Warenumsatz unter 1 Mio. € im Jahr bleibt. Was fehlt, sind Firmenkonten mit mehreren Nutzern, Freigaben, Budgets und Angebotsmanagement.
Genau diese Funktionen liefert Shopware mit den B2B Components, die in Evolve und Beyond enthalten sind und über die Erweiterung Shopware Commercial installiert werden. Laut Shopware-Dokumentation setzen die Komponenten unterschiedliche Versionen voraus:
Die Aktivierung erfolgt je Kunde oder je Kundengruppe über das Registrierungsformular. Wie die Einrichtung in der Praxis aussieht, beschreiben wir unter Shopware B2B Components.
Kundenspezifische Preise führt Shopware auf der Preisseite unter Beyond. Wer sie mit Evolve oder der Community Edition braucht, kombiniert die Erweiterten Preise mit dem Rule Builder oder nutzt ein Plugin für Kundenpreislisten. Die ältere B2B Suite entwickelt Shopware laut Dokumentation nicht mehr weiter, ab Shopware 6.8 wird sie nicht mehr unterstützt.
Unsere Einschätzung: Bis etwa 1 Mio. € B2B-Umsatz und ohne Freigabeprozesse reicht die Community Edition mit Erweiterungen, denn Kundengruppen, Staffelpreise und Rechnungskauf per Regel bringt Shopware im Kern mit. Sobald Firmenkonten mit mehreren Nutzern, Freigaben oder Angebote gefragt sind, empfehlen wir Evolve, weil diese Funktionen dann aus einem Datenmodell kommen und mit jedem Release weiterentwickelt werden.
Die Vape-Marken VaporBeast, VaporFi und South Beach Smoke liefen auf getrennten Magento-2-Shops, mit B2B-Funktionen wie Kundengruppen, Preisstufen und Großhandelsbestellungen. Wir haben die drei Shops laut Projektbericht in einer Shopware-6-Umgebung zusammengeführt, mit mehr als 300.000 Bestellungen und 100.000 Kunden samt Passwörtern, Warenkörben und Abodaten.
Für Geschäftskunden kamen kundenspezifische Preise, Kreditlimits, Angebotsanfragen und Bestellungen auf Rechnung dazu. Bestände, Bestellungen und Kundendaten synchronisiert die Integrationsplattform iPaaS.com. Nach dem Umzug konnten sich Kunden ohne Passwort-Reset anmelden, die historischen Bestellungen stehen im neuen System bereit.
Übertragbar ist die Reihenfolge: erst jede B2B-Funktion erfassen, die Ihre Kunden heute nutzen, dann System und Erweiterungen wählen. Login, Warenkörbe und Bestellhistorie gehören in den Pflichtumfang, denn Geschäftskunden bestellen aus Routine.
Die Preisfrage lässt sich nur mit dem Projektumfang beantworten. Die folgenden Spannen stammen aus unseren Projekten der letzten Jahre, die Lizenzpreise sind die offiziellen Einstiegspreise. Zahlungsgebühren sind nicht enthalten.
| Position | Bestellportal (Community Edition) | B2B-Shop (Evolve) | Enterprise (Beyond, Adobe, SAP) |
|---|---|---|---|
| Umsetzung einmalig, inklusive ERP-Schnittstelle, Design und Migration | 30.000 bis 55.000 € | 90.000 bis 170.000 € | ab 250.000 € |
| Davon ERP-Anbindung | 5.000 bis 20.000 € (Konnektor) | 20.000 bis 40.000 € (individuell) | 40.000 € und mehr, oft mehrere Systeme |
| Lizenz im Jahr | 0 € | ab 28.800 € | individuell |
| Hosting im Jahr | 1.800 € (150 € im Monat) | 7.200 € (600 € im Monat) | ab 20.000 € (Cluster, SLA) |
| Erweiterungen im Jahr | 1.800 € (150 € im Monat) | 4.800 € (400 € im Monat) | individuell |
| Wartung und Weiterentwicklung im Jahr | 7.200 bis 12.000 € | 24.000 bis 42.000 € | ab 60.000 € |
| Erstes Jahr gesamt | 40.000 bis 75.000 € | 150.000 bis 250.000 € | ab 300.000 € |
| Dauer bis zum Go-Live | 3 bis 5 Monate | 6 bis 9 Monate | 9 bis 18 Monate |
Die Lizenz ist auch im B2B selten der größte Posten. Teuer wird ein Projekt durch die Anzahl der Preislogiken, die Zahl der angebundenen Systeme, individuelle Freigabeprozesse und vor allem durch schlechte Datenqualität im ERP.
Dem steht ein messbarer Nutzen gegenüber. Rechenbeispiel: Ihr Innendienst erfasst 300 Bestellungen pro Woche aus E-Mails und Faxen, je 6 Minuten, also 30 Stunden pro Woche. Übernimmt der Shop 60 % davon, sparen Sie rund 900 Stunden im Jahr.

Abbildung: Preislogik, Schnittstellen und Freigaben bestimmen das Budget stärker als die Lizenz, ordnen Sie Ihr Vorhaben deshalb zuerst einem der drei Szenarien zu. Lizenzpreise: shopware.com/de/preise; Umsetzung und Betrieb: Erfahrungswerte solution25, Stand Oktober 2026
Wer einen B2B-Shop erstellen will, macht am häufigsten einen Fehler bei der Reihenfolge: Erst wird das System gekauft, dann werden die Anforderungen gesammelt. Dieser Ablauf hat sich in unseren Projekten bewährt:
Ein Bestellportal auf Basis der Community Edition durchläuft diese Phasen in 3 bis 5 Monaten, ein B2B-Shop mit Evolve und individueller Schnittstelle in 6 bis 9 Monaten.
Werkzeuge sind das ERP, die Bestell- und Kundenlisten im Shopware-Admin und die Webanalyse, etwa Google Analytics 4 in Shopware 6. Messen Sie in den ersten drei Monaten wöchentlich, danach monatlich.
Nachsteuern sollten Sie, wenn der Online-Anteil zwei Monate in Folge stagniert, Kunden wieder anrufen, um Preise oder Lieferzeiten zu erfragen, oder der Innendienst Online-Bestellungen von Hand nacharbeitet. Das deutet meist auf fehlende Funktionen oder Lücken in der Schnittstelle hin.
Ein reiner B2B-Onlineshop hat rechtlich deutlich weniger Pflichten als ein B2C-Shop, aber nur, wenn Verbraucher wirksam ausgeschlossen sind. Dieser Abschnitt ersetzt keine Rechtsberatung.
Wird der Ausschluss von Verbrauchern nicht konsequent umgesetzt, gelten alle B2C-Pflichten, und Verstöße sind abmahnfähig.
Drei Voraussetzungen sollten vor dem Projektstart erfüllt sein: ein ERP mit gepflegten Kunden-, Preis- und Bestandsdaten, eine verantwortliche Person auf Ihrer Seite und ein Vertrieb, der den Shop mitträgt. Die Grenzen eines B2B-Shops liegen selten im Shopsystem, sondern in der Schnittstelle: Was das ERP nicht sauber liefert, kann der Shop nicht anzeigen.
Die Preislogik ist komplex, die Kunden bestellen wöchentlich dieselben Artikel, das ERP ist das Herz des Unternehmens. Hier passen Shopware Evolve oder OroCommerce, bei vollständig in SAP oder Dynamics abgebildeten Prozessen auch Sana. Entscheidend sind Schnellbestellung, Staffelpreise, Rechnungskauf und eine stabile ERP-Schnittstelle, nicht das Design.
Ein System muss beide Welten bedienen: den B2C-Shop mit Kampagnen und Bruttopreisen und den Händlershop mit Konditionen und Freigaben. Shopware löst das über getrennte Vertriebskanäle auf einer Installation. Läuft die Marke bereits auf Shopify, ist Shopify Plus der kürzere Weg, solange die Händlerprozesse überschaubar bleiben.
Angebote, individuelle Preislisten und Bestellungen im Namen des Kunden stehen im Mittelpunkt. Das spricht für Shopware mit Angebotsmanagement und Sales Agent, bei kundenspezifischen Preislisten für Beyond oder ein Plugin. Der Außendienst muss im Shop dieselben Konditionen sehen wie der Kunde.
Ein B2B-Shop ist ein Onlineshop, in dem Unternehmen bei Unternehmen bestellen, etwa Fachhändler beim Großhändler oder Betriebe beim Hersteller. Anders als im B2C-Shop gelten kundenspezifische Nettopreise, mehrere Personen je Firmenkonto, Freigabeprozesse und Rechnungskauf mit Zahlungsziel. Preise und Bestände kommen in der Regel aus dem ERP-System.
Im deutschsprachigen Markt sind das vor allem Shopware (Evolve und Beyond mit B2B Components), Shopify Plus, OroCommerce, Sana Commerce, Adobe Commerce und SAP Commerce Cloud. Dazu kommen Intershop, Spryker und commercetools für Enterprise-Projekte sowie plentymarkets und JTL für kleinere Händler.
Erst Anforderungen und Datenqualität klären, dann System und Schnittstelle wählen, dann Registrierung, Freigabe und Angebotsprozess konzipieren. Danach folgen Umsetzung, ein Pilotbetrieb mit 10 bis 20 Kunden und der Rollout in Wellen. Rechnen Sie mit 3 bis 5 Monaten für ein Bestellportal und 6 bis 9 Monaten für einen B2B-Shop mit individueller ERP-Anbindung.
Ein Bestellportal auf Basis der Shopware Community Edition kostet im ersten Jahr 40.000 bis 75.000 €, ein B2B-Shop mit Evolve, individueller ERP-Schnittstelle und Freigabeprozessen 150.000 bis 250.000 €. Enterprise-Plattformen wie Adobe Commerce oder SAP Commerce Cloud beginnen bei etwa 300.000 €. Die Lizenz macht davon meist nur 10 bis 20 % aus.
Ja, wenn Verbraucher wirksam ausgeschlossen sind, denn die Preisangabenverordnung gilt nur gegenüber Verbrauchern. Dafür braucht es einen Hinweis auf jeder Seite, eine Bestätigung im Checkout und Pflichtfelder wie Firma oder USt-IdNr. Kann ein Verbraucher trotzdem bestellen, drohen Abmahnungen.
Nicht zwingend. Kundengruppen mit Nettopreisen, Registrierung mit Freischaltung, Staffelpreise und Rechnungskauf per Rule Builder gibt es schon in der Community Edition. Evolve wird nötig, sobald Sie Firmenkonten mit mehreren Nutzern, Einkaufsfreigaben, Budgets oder Angebotsmanagement brauchen.
Sie planen einen B2B-Shop oder wollen Ihr bestehendes Händlerportal ablösen? Schreiben Sie uns, wir prüfen Ihre Preislogik, Ihr ERP und Ihre Prozesse und sagen Ihnen, welches System und welcher Plan dazu passen, mit einer Aufwandsschätzung, mit der Sie rechnen können.
Sie betreiben bereits einen B2B-Shop? Unsere kostenlose Shop-Analyse zeigt, wo Ihre Kunden im Bestellprozess abbrechen, welche Funktionen fehlen und was eine Optimierung oder ein Wechsel bringen würde.

Besar Bilalli ist Mitgründer und Geschäftsführer von solution25, der Shopware Agentur aus Bremen. Vor der Agenturgründung 2017 hat er gemeinsam mit Besnik Bilalli einen eigenen Online-Shop ohne Startkapital aufgebaut und auf mehr als 500 Bestellungen am Tag gebracht. Seitdem begleitet er Händler bei Shopware-Projekten, von der Systemauswahl bis zum laufenden Betrieb. Fragen zum Artikel beantwortet er gern persönlich: Kontakt aufnehmen.
Verantwortlich für Inhalt und Aktualisierung: Besar Bilalli. Stand: Oktober 2026. Nächste inhaltliche Prüfung: Januar 2027.