
Sieben von zehn Warenkörben werden nicht bestellt. Mit Zahlen von Baymard, Google und EHI zeigt der Leitfaden, welche Maßnahmen im Checkout, bei Zahlungsarten und Ladezeit wirken, und wie Sie sie in Shopware 6 umsetzen.
Conversion-Optimierung heißt, aus den Besuchern, die Sie schon haben, mehr Käufer zu machen. Die Hebel liegen in fast jedem Shop an denselben Stellen: Versandkosten, Checkout, Zahlungsarten, Ladezeit und Vertrauen.
Rund 70 % aller Warenkörbe werden abgebrochen. Das Baymard Institute errechnet aus 50 Studien eine durchschnittliche Abbruchquote von 70,22 %. Die häufigsten vermeidbaren Gründe: zu hohe Zusatzkosten (40 %), zu lange Lieferzeit (20 %) und Kontozwang (18 %).
Die ersten Prozentpunkte kosten wenig. Gastbestellung, sichtbare Versandkosten, weniger Formularfelder und die richtigen Zahlungsarten sind in Shopware 6 Einstellungen, keine Entwicklungsprojekte. A/B-Tests lohnen sich erst danach und erst ab einigen hundert Bestellungen im Monat.
Bevor wir solution25 gegründet haben, haben wir selbst einen Online-Shop betrieben und auf mehr als 500 Bestellungen am Tag gebracht. Ein großer Teil dieses Wachstums kam nicht aus mehr Werbebudget, sondern aus einem Checkout, der nach und nach weniger Kunden verlor. Seit 2017 sehen wir in Shopware-Projekten dieselben Muster.
Weil jede Verbesserung auf den gesamten vorhandenen Traffic wirkt, ist Conversion-Optimierung meist der günstigste Weg zu mehr Umsatz. Dieser Beitrag richtet sich an Shop-Betreiber und E-Commerce-Verantwortliche, die mit ihren Besuchern mehr Bestellungen erzielen wollen, mit Umsetzungshinweisen für Shopware 6.
Nach dem Lesen können Sie die Schwachstellen Ihres Shops mit Zahlen eingrenzen, die Maßnahmen nach Aufwand und Wirkung ordnen und entscheiden, ob sich für Ihren Shop schon A/B-Tests lohnen.
Grundlage sind frei zugängliche Benchmarks, die Einstellungen in Shopware 6 und unsere Projekterfahrung. Alle Preise Stand Oktober 2026, zuzüglich Mehrwertsteuer.
Eine Conversion ist die Handlung, die Sie sich von einem Besucher wünschen, im Onlineshop also die Bestellung. Conversion-Optimierung (englisch Conversion Rate Optimization, kurz CRO) ist die systematische Arbeit daran, dass ein größerer Anteil der Besucher diese Handlung abschließt. Sie setzt nicht beim Traffic an, sondern beim Shop selbst: Jeder gewonnene Prozentpunkt wirkt auf alle Besucher, die ohnehin kommen, aus Google, aus Anzeigen und aus dem Newsletter.
Die Conversion Rate ist der Anteil der Sitzungen, die mit einer Bestellung enden: Bestellungen geteilt durch Sitzungen, mal 100. Ein Shop mit 20.000 Sitzungen und 300 Bestellungen im Monat hat eine Conversion Rate von 1,5 %.
Vergleichen Sie nur Zahlen aus derselben Quelle: Werkzeuge rechnen mit Sitzungen, Nutzern oder Besuchen, und wer das Tracking im Consent-Banner ablehnt, fehlt im Nenner, bestellt aber trotzdem.
Ein Rechenbeispiel zeigt, warum sich die Arbeit lohnt: Bei 20.000 Sitzungen, 1,5 % Conversion Rate und 80 € durchschnittlichem Bestellwert setzt der Shop 24.000 € im Monat um. Steigt die Rate auf 2,0 %, sind es 32.000 €, ein Drittel mehr Umsatz bei gleichem Werbebudget.
Frei zugängliche Benchmarks sind rar, weil die großen Marktstudien hinter Bezahlschranken liegen. Eine offene Quelle ist Littledata: Über 436 Shopify-Shops mit angebundenem Google Analytics 4 lag der Median zwischen Ende Juli und Ende Oktober 2026 bei 1,4 %. Werte über 2,7 % gehören zum besten Fünftel, ab 3,7 % zu den besten zehn Prozent.
Der Wert hängt stark von Branche, Sortiment und Traffic-Quelle ab: Ein Shop für Verbrauchsmaterial mit Stammkunden liegt in unseren Projekten oft über 3 %, ein Möbelanbieter unter 1 %. Der wichtigste Vergleich ist der mit Ihrem eigenen Wert vor drei Monaten, getrennt nach Gerät und Kanal.
Die belastbarste frei zugängliche Zahl kommt vom Baymard Institute. Aus 50 Studien ergibt sich eine durchschnittliche Warenkorbabbruchquote von 70,22 % (Stand September 2025). Sieben von zehn Warenkörben werden also nicht bestellt.
Ein Teil davon ist nicht zu verhindern: 42 % der befragten US-Käufer gaben an, nur gestöbert oder Preise verglichen zu haben. Die übrigen Gründe sind hausgemacht, und genau dort setzt die Conversion-Optimierung an.
| Grund für den Abbruch (Baymard, US-Käufer) | Anteil | Hebel im Shop |
|---|---|---|
| Zusatzkosten zu hoch (Versand, Steuern, Gebühren) | 40 % | Versandkosten früh zeigen, Schwelle für kostenlosen Versand |
| Lieferung zu langsam | 20 % | Lieferzeit am Produkt und im Warenkorb, Expressoption |
| Kein Vertrauen bei der Eingabe von Kartendaten | 19 % | Bekannte Zahlungsanbieter, Siegel, sichtbare Kontaktmöglichkeiten |
| Kontozwang | 18 % | Gastbestellung als Standard |
| Checkout zu lang oder zu kompliziert | 17 % | Weniger Felder, weniger Schritte, klare Fehlermeldungen |
| Fehler oder Abstürze der Seite | 17 % | Monitoring, Testkäufe nach jedem Update |
| Rückgabebedingungen unbefriedigend | 13 % | Rückgabefrist und Ablauf im Checkout nennen |
| Gesamtkosten vorab nicht erkennbar | 12 % | Versandkostenrechner im Warenkorb |
| Karte abgelehnt | 10 % | Alternative Zahlungsart direkt anbieten |
| Zu wenige Zahlungsarten | 9 % | PayPal, Rechnungskauf, Karte, Wallets |
Baymard beziffert auch das Potenzial: Ein großer Shop kann allein durch ein besseres Checkout-Design bis zu 35 % mehr Conversions erreichen. Die Zahl gilt für Shops mit erheblichen Mängeln. Die Befragung stammt aus den USA; in Deutschland wiegt der Punkt Zahlungsarten schwerer, dazu mehr bei Hebel 4.

Abbildung: Kosten, Lieferzeit und Vertrauen führen die Liste an; Versandkosten, Lieferzeit und Gastbestellung lassen sich in Shopware 6 über Einstellungen verbessern. Quelle: Baymard Institute, baymard.com/lists/cart-abandonment-rate, Stand September 2025
Ohne Messung ist Conversion-Optimierung Raten. Bevor Sie etwas ändern, sollten Sie wissen, an welcher Stelle die meisten Besucher aussteigen. Voraussetzung dafür ist ein Tracking, das jede Bestellung genau einmal zählt.
Google Analytics 4 bringt die nötigen E-Commerce-Ereignisse mit: view_item, add_to_cart, begin_checkout, add_payment_info und purchase. Richtig in Shopware 6 eingebunden, ergeben sie einen Trichter, an dem Sie die Verlustrate je Schritt ablesen; die Einbindung mit Consent Mode beschreibt unser Leitfaden zu GA4 in Shopware 6.
Eine grobe Faustregel aus unseren Projekten: Verlieren Sie zwischen Warenkorb und Checkout-Start mehr als die Hälfte der Besucher, liegt es meist an Versandkosten oder Lieferzeit. Verlieren Sie zwischen Checkout-Start und Zahlung mehr als ein Drittel, liegt es am Formular, am Kontozwang oder an den Zahlungsarten.
Mobil und Desktop verhalten sich unterschiedlich, und ein Durchschnitt verdeckt das. Baymard stuft in seinem aktuellen Checkout-Benchmark 63 % der mobilen Checkouts als mittelmäßig oder schlechter ein, am Desktop 64 %.
Zusatzkosten sind mit 40 % der vermeidbare Abbruchgrund Nummer eins, weitere 12 % brechen ab, weil sie die Gesamtkosten nicht vorab erkennen konnten. Die Lösung ist keine Rabattschlacht, sondern Transparenz zum richtigen Zeitpunkt.
Google bewertet die Nutzererfahrung mit drei Kennzahlen, den Core Web Vitals: Largest Contentful Paint (LCP) unter 2,5 Sekunden, Interaction to Next Paint (INP) unter 200 Millisekunden und Cumulative Layout Shift (CLS) unter 0,1, jeweils am 75. Perzentil der echten Seitenaufrufe.
Die auf web.dev dokumentierten Fallstudien sprechen eine klare Sprache: Vodafone steigerte den Umsatz um 8 %, nachdem der LCP um 31 % besser wurde. Rakuten 24 erhöhte mit Arbeit an den Core Web Vitals die Conversion Rate um 33,13 % und den Umsatz je Besucher um 53,37 %. Die BBC verlor für jede zusätzliche Sekunde Ladezeit 10 % der Nutzer.
In Shopware 6 sind die üblichen Verdächtigen zu große Bilder, zu viele Erweiterungen, ein nicht aktiver HTTP-Cache und zu kleines Hosting. Messen Sie mit PageSpeed Insights getrennt für Mobil und Desktop; die Maßnahmen beschreiben wir unter Shopware Performance.
Die Produktseite muss im ersten sichtbaren Bereich vier Fragen beantworten: Was ist das, was kostet es, wann kommt es, wie bestelle ich. Preis, Verfügbarkeit, Lieferzeit und Warenkorb-Button gehören ohne Scrollen ins Bild, auch auf dem Smartphone.
Vertrauen entsteht aus Details: Impressum mit Telefonnummer, ein bekanntes Siegel wie Trusted Shops, Logos der Zahlungsanbieter, HTTPS ohne Warnungen, Bewertungen echter Kunden. Im Checkout gehören die Hinweise auf Käuferschutz und Rückgabe neben die Zahlungsauswahl, nicht in den Footer.
Im Checkout besteht die Kaufabsicht bereits. Jedes unnötige Feld und jeder zusätzliche Klick kostet hier Bestellungen, die schon fast im Haus waren.
Baymard hat 2024 die Checkouts großer Shops vermessen: Im Durchschnitt umfasst ein Checkout 5,1 Schritte und 11,3 Formularfelder, obwohl 8 Felder meist genügen. 89 % der Shops fragen den Namen in mehr als einem Feld ab, 84 % verschieben die Kontoerstellung nicht auf die Zeit nach der Bestellung, 35 % zeigen das Gutscheinfeld offen an.
Der Standard-Checkout von Shopware 6 ist mit zwei Seiten schlank; die meisten Verluste entstehen durch Einstellungen, die nie angefasst wurden, und durch Erweiterungen, die Felder und Schritte hinzufügen.
Kontozwang ist für 18 % der Abbrecher der Grund. In Shopware 6 steuern Sie das unter Einstellungen, Kunde, Anmeldung & Registrierung mit der Option „Standardmäßig ein Kundenkonto anlegen“. Ist sie deaktiviert, bestellen Kunden als Gast und können per Checkbox ein Konto anlegen; ist sie aktiv, müssen Kunden die Gastbestellung aktiv wählen.
Für B2C-Shops empfehlen wir die Gastbestellung als Standard und das Kontoangebot erst nach der Bestellung. Die Option „Double-Opt-In für Gast-Bestellungen“ sollte aus bleiben, sie schiebt eine Bestätigungs-E-Mail zwischen Bestellung und Zahlung. Was für und gegen Gastbestellungen spricht, steht unter Gastbestellung in Shopware.
Auf derselben Einstellungsseite legen Sie fest, welche Felder das Formular zeigt: „Anrede anzeigen“, „Titel anzeigen“, „Telefonnummer anzeigen“, „Geburtstag anzeigen“ sowie „Adresszusatzzeile 1 anzeigen“ und „Adresszusatzzeile 2 anzeigen“. Für einen Shop ohne Altersprüfung und ohne telefonische Zustellankündigung lässt sich alles davon abschalten.
Dazu kommen „Kommentarfeld auf der Bestellabschlussseite anzeigen“ unter Einstellungen, Allgemein, Warenkorb und „Datenschutzbestimmungen müssen über eine Checkbox akzeptiert werden“ bei Anmeldung & Registrierung. Ob die Checkbox nötig ist, klärt Ihre Rechtsberatung; für die Vertragsabwicklung verlangt die DSGVO eine Information, keine Einwilligung.
Zu wenige Zahlungsarten nennen in der Baymard-Befragung 9 % der Abbrecher, eine abgelehnte Karte weitere 10 %. In Deutschland wiegt der Faktor schwerer, weil die Vorlieben eindeutig verteilt sind. Die EHI-Studie Online-Payment 2026 weist für 2025 auf Basis der Umsatzangaben von 172 Händlern folgende Anteile aus:
| Zahlungsart | Anteil am Online-Umsatz 2025 (EHI) | In Shopware 6 verfügbar über |
|---|---|---|
| PayPal | 28,7 % | PayPal-Erweiterung von Shopware, Shopware Payments |
| Rechnungskauf | 26,1 % | Standard-Zahlungsart „Rechnung“ auf eigenes Risiko, PayPal Rechnungskauf, Klarna, Shopware Payments |
| Lastschrift | 14,4 % | Standard-Zahlungsart, SEPA über Zahlungsanbieter |
| Kredit- und Debitkarte | 13,7 % | Shopware Payments, PayPal-Kartenzahlung, Anbieter wie Stripe, Mollie, Adyen |
| Ratenkauf | 4,7 % | PayPal Ratenzahlung, Klarna |
| Vorkasse | 3,5 % | Standard-Zahlungsart |
| Apple Pay | 1,3 % | Shopware Payments oder Anbieter mit Shopware-Erweiterung |
Die Kombination, die in unseren B2C-Projekten am besten funktioniert: PayPal, Rechnungskauf über einen Anbieter mit Risikoübernahme, Kreditkarte sowie Apple Pay und Google Pay für mobile Käufer, dazu Vorkasse als Auffangnetz. Mehr als sechs Optionen verwirren, weniger als vier kosten Bestellungen.
Shopware Payments bündelt Visa, Mastercard, PayPal, Google Pay, Apple Pay, Klarna und PayPal Rechnungskauf in einer Integration für Händler in Deutschland und Österreich, abgerechnet je erfolgreicher Transaktion ohne zusätzliche Lizenzkosten. Die Gebühren stehen auf der Preisseite von Shopware Payments, die Einordnung ins Gesamtbudget im Beitrag zu den Shopware Kosten.
Unter Einstellungen, Handel, Zahlungsarten bestimmen Sie über „Position“ die Reihenfolge im Checkout; die meistgenutzte Zahlungsart gehört nach oben. Über die „Verfügbarkeitsregel“ aus dem Rule Builder blenden Sie etwa Rechnungskauf ab einem bestimmten Bestellwert aus, statt die Zahlungsart ganz zu streichen. Im Shop erscheint eine Zahlungsart erst, wenn sie dem Verkaufskanal zugewiesen ist.
Die PayPal-Erweiterung bringt außerdem den Express-Button mit: Mit den Optionen „Direct to PayPal“ erscheint er auf Produktseite, Warenkorb, Offcanvas-Warenkorb, Listingseiten und Anmeldeseite, und Kunden überspringen die Adresseingabe. Die Einrichtung beschreiben wir unter PayPal in Shopware 6 integrieren.
Selbst der beste Checkout verliert Kunden, die unterbrochen werden, vergleichen oder auf das Gehalt warten. Warenkorbabbrecher-Mails holen einen Teil davon zurück, wenn sie rechtlich sauber aufgesetzt sind.
Klaviyo nennt aus der Auswertung von mehr als 110.000 Kundenkonten eine durchschnittliche Klickrate von 6 % (beste zehn Prozent: 11,3 %) und einen Umsatz je Empfänger von 6,77 US-Dollar. In unseren Projekten hat sich eine Serie bewährt: Erinnerung nach zwei bis vier Stunden, zweite Nachricht nach 24 Stunden, letzte nach 48 Stunden. Einen Rabatt gibt es erst in der letzten Stufe, sonst lernen Kunden, dass Abbrechen sich lohnt.
Eine Warenkorbabbrecher-Mail ist Werbung per elektronischer Post und braucht nach § 7 Absatz 2 Nummer 2 UWG die vorherige ausdrückliche Einwilligung des Empfängers; die E-Mail-Adresse aus dem Checkout allein ist keine. Ohne Einwilligung bleibt nur die Bestandskundenausnahme nach § 7 Absatz 3 UWG: Adresse aus einem früheren Kauf, Werbung für ähnliche eigene Produkte, kein Widerspruch, Hinweis auf das Widerspruchsrecht bei Erhebung und in jeder Mail.
In der Praxis heißt das: Mails an Gäste, die noch nie gekauft haben, sind ohne Double-Opt-In tabu. Holen Sie die Einwilligung beim Newsletter oder bei der Kontoerstellung mit eigener Checkbox ein. Eine Einordnung mit aktuellen Urteilen bietet eRecht24; die Details gehören zu Ihrer Rechtsberatung.
Der Flow Builder von Shopware 6 kennt keinen Auslöser für verlassene Warenkörbe, und zeitversetzte Aktionen gibt es erst im Plan Beyond. Warenkorbabbrecher-Mails laufen deshalb über ein E-Mail-Tool mit Shopware-Anbindung oder eine Erweiterung aus dem Shopware Store. Klaviyo etwa startet den Flow über das aus Shopware übertragene Ereignis „Started Checkout“ und filtert Empfänger heraus, die inzwischen bestellt haben; CleverReach, Mailchimp und Brevo bieten vergleichbare Automationen.
Für Shops mit angemeldeten Kunden, etwa im B2B, geht es auch ohne Massenmail: Unser Abandoned Cart Saver listet verlassene Warenkörbe eingeloggter Kunden in der Administration, der Vertrieb ruft an und legt die Bestellung mit einem Klick an.
Die folgende Tabelle ordnet die Maßnahmen nach Aufwand und Wirkung. Die Angaben zur Wirkung sind Erfahrungswerte aus unseren Shopware-Projekten, keine garantierten Ergebnisse; wie stark ein Hebel wirkt, hängt vom Ausgangszustand ab.
| Maßnahme | Umsetzung in Shopware 6 | Aufwand | Erwartete Wirkung (Erfahrungswert) |
|---|---|---|---|
| Gastbestellung als Standard | „Standardmäßig ein Kundenkonto anlegen“ deaktivieren | 15 Minuten | Hoch, vor allem bei Neukunden und mobil |
| Versandkosten und Lieferzeit im Warenkorb | Optionen unter Einstellungen, Allgemein, Warenkorb | 30 Minuten | Hoch, weniger Abbrüche vor dem Checkout |
| Formularfelder reduzieren | Anrede, Titel, Telefon, Geburtstag, Adresszusatz abschalten | 15 Minuten | Mittel, deutlich mobil |
| PayPal Express auf Produktseite und im Warenkorb | PayPal-Erweiterung, Optionen „Direct to PayPal“ | 1 Stunde | Mittel, mobil hoch |
| Rechnungskauf mit Risikoübernahme | PayPal Rechnungskauf, Klarna oder Shopware Payments | 1 bis 2 Tage inklusive Freischaltung | Hoch bei Neukunden und höheren Bestellwerten |
| Schwelle für kostenlosen Versand mit Hinweis | Preismatrix nach Warenkorbwert plus Hinweis im Theme | 0,5 bis 2 Tage | Mittel auf die Conversion, hoch auf den Bestellwert |
| Gutscheinfeld hinter einen Link legen | Theme-Anpassung | 0,5 Tage | Gering bis mittel |
| Bilder, HTTP-Cache, Plugin-Audit | Siehe Shopware Performance | 2 bis 5 Tage | Mittel bis hoch, abhängig vom Ausgangswert |
| Cross-Selling auf der Produktseite | Tab Cross-Selling, dynamische Produktgruppe | 0,5 bis 1 Tag | Bestellwert plus 5 bis 15 % |
| Warenkorbabbrecher-Serie | E-Mail-Tool mit Shopware-Anbindung | 1 bis 3 Tage | Mittel, nur mit Einwilligung |
Unsere Einschätzung: Wir empfehlen, die ersten fünf Zeilen der Tabelle vor jedem A/B-Test umzusetzen. Sie sind an einem Vormittag erledigt und bringen in den meisten Shops mehr als jedes spätere Testprogramm, weil sie die häufigsten vermeidbaren Abbruchgründe direkt angehen.
A/B-Tests gehören in die zweite Phase, wenn die offensichtlichen Mängel beseitigt sind und es um Varianten geht, die sich nicht aus Daten ableiten lassen: Anordnung der Produktseite, Formulierung des Buttons, Platzierung der Vertrauenselemente.
Ein Test braucht Traffic, und zwar mehr, als die meisten Händler erwarten. Um eine Verbesserung der Conversion Rate von 2,0 auf 2,2 % statistisch sauber nachzuweisen, brauchen Sie nach der üblichen Stichprobenformel überschlägig 80.000 Besucher je Variante (80 % Teststärke, 5 % Irrtumswahrscheinlichkeit). Ein Shop mit 30.000 Sitzungen im Monat bräuchte für diesen einen Test gut fünf Monate.
Unsere Faustregel: Unter 500 Bestellungen im Monat sind A/B-Tests Zeitverschwendung; setzen Sie die gut belegten Maßnahmen um und messen Sie vorher und nachher. Ab einigen tausend Bestellungen im Monat wird Testen zum laufenden Programm.
Die richtige Reihenfolge hängt von der Größe des Shops und vom Zustand des Checkouts ab. Drei typische Situationen aus unseren Projekten:
Die Grenzen: Conversion-Optimierung holt mehr aus vorhandenem Traffic, ersetzt aber weder ein passendes Sortiment noch wettbewerbsfähige Preise und Lieferzeiten.
Bei der Kosmetikmarke Banana Beauty lagen die Conversion Rates unter dem Potenzial, viele Nutzer verließen den Shopware-Shop vor dem Kauf. Wir haben Navigation, Produktseiten und Checkout überarbeitet, die Ladezeiten um 40 % gesenkt und neue CTAs, Layout-Varianten und Produkt-Highlights per A/B-Test geprüft. Dashboards mit Kennzahlen zu Ladezeit, Conversion Rate und Engagement begleiteten die Zeit nach dem Livegang.
Laut Fallstudie stiegen die Conversions um 28 %, vor allem dank besserer Nutzerführung und optimierter Checkout-Abläufe. Für Ihren Shop heißt das: Ladezeit und Checkout zuerst, Tests danach, und jede Änderung mit Kennzahlen begleiten.
Die Einstellungen aus diesem Beitrag setzt jeder Shop-Betreiber selbst. Agenturleistung lohnt sich, wo Daten interpretiert, Themes angepasst oder Tests aufgesetzt werden müssen. Als Orientierung aus unseren Projekten: Quick Wins inklusive Theme-Anpassungen ein bis drei Agenturtage, ein Conversion-Audit mit Trichteranalyse, Checkout-Prüfung und Prioritätenliste 1.500 bis 5.000 €, ein laufendes Testprogramm 1.500 bis 5.000 € im Monat zuzüglich Tool-Lizenz.
Was wir dabei anbieten, steht unter CRO-Dienstleistungen für Shopware und Shopify.
Conversion-Optimierung ist die systematische Verbesserung eines Shops, damit ein größerer Anteil der Besucher kauft; mit Conversion ist die Umwandlung eines Besuchers in einen Käufer gemeint. Anders als SEO oder Werbung setzt sie nicht bei mehr Traffic an, sondern bei der Ausbeute des vorhandenen.
Teilen Sie die Zahl der Bestellungen durch die Zahl der Sitzungen im selben Zeitraum und multiplizieren Sie mit 100: 300 Bestellungen bei 20.000 Sitzungen ergeben 1,5 %. Werten Sie getrennt nach Gerät und Kanal aus, weil der Durchschnitt Probleme verdeckt.
Bei Littledata lag der Median über 436 Shopify-Shops im Herbst 2026 bei 1,4 %, das beste Fünftel über 2,7 %, die besten zehn Prozent ab 3,7 %. In unseren Projekten liegen B2C-Shops meist zwischen 1 und 3 %, abhängig von Branche und Bestellwert.
In dieser Reihenfolge: Versandkosten und Lieferzeit früh zeigen, Gastbestellung als Standard, weniger Formularfelder, PayPal, Rechnungskauf und Karte anbieten, Ladezeit unter die Grenzwerte der Core Web Vitals bringen und Vertrauenselemente im Checkout platzieren. Erst danach lohnen sich Warenkorbabbrecher-Mails und A/B-Tests.
Nur mit vorheriger ausdrücklicher Einwilligung (§ 7 Absatz 2 Nummer 2 UWG) oder im engen Rahmen der Bestandskundenausnahme nach § 7 Absatz 3 UWG; die E-Mail-Adresse aus dem Checkout allein reicht nicht. Holen Sie die Einwilligung per Double-Opt-In ein und lassen Sie die Umsetzung rechtlich prüfen.
Mindestens zwei volle Wochen und so lange, bis die nötige Stichprobe erreicht ist. Für den Nachweis einer Verbesserung von 2,0 auf 2,2 % sind das überschlägig 80.000 Besucher je Variante.
Sie möchten wissen, an welcher Stelle Ihr Shop Kunden verliert, bevor Sie Budget investieren? Unsere kostenlose Shop-Analyse prüft Startseite, Kategorie, Produktseite und Checkout auf Desktop und Smartphone, misst Ladezeit und Core Web Vitals und liefert innerhalb von zwei Werktagen eine priorisierte Fehlerliste als PDF. Zugänge zu Ihrem Shop braucht sie dafür nicht.
Wenn Sie die Maßnahmen aus diesem Beitrag umsetzen lassen möchten, von den Einstellungen bis zum Testprogramm: Schreiben Sie uns. Wir sagen Ihnen vorab, welche Hebel sich bei Ihrer Shop-Größe lohnen.
Mehr über unsere Arbeitsweise, Zertifizierungen und Standorte lesen Sie auf der Seite Shopware Agentur solution25.

Besar Bilalli ist Mitgründer und Geschäftsführer von solution25, der Shopware Agentur aus Bremen. Vor der Agenturgründung 2017 hat er gemeinsam mit Besnik Bilalli einen eigenen Online-Shop ohne Startkapital aufgebaut und auf mehr als 500 Bestellungen am Tag gebracht. Seitdem begleitet er Händler bei Shopware-Projekten, von der Systemauswahl bis zum laufenden Betrieb. Fragen zum Artikel beantwortet er gern persönlich: Kontakt aufnehmen.
Verantwortlich für Inhalt und Aktualisierung: Besar Bilalli. Stand: Oktober 2026. Nächste inhaltliche Prüfung: Januar 2027.