
Welche Shopware 6 Themes es gibt, was sie kosten und wann sich ein eigenes Theme lohnt: Standard-Theme, Store-Themes von ThemeWare bis Zenit, Theme-Vererbung, BFSG und der Ablauf einer Theme-Entwicklung.
Für Shopware 6 gibt es drei Wege zum Shop-Design: das mitgelieferte Standard-Theme (Storefront), eines der Shopware Themes aus dem Store oder ein eigenes Theme, das eine Agentur auf Basis des Standard-Themes entwickelt.
Store-Themes kosten 19 bis 49 € im Monat als Mietlizenz, die größten Anbieter sind TC-Innovations (ThemeWare) und Zenit Design. Die Einrichtung und Anpassung eines Themes durch eine Agentur liegt bei 3.000 bis 8.000 €, ein eigenes Theme bei 5.000 bis 30.000 €.
Seit dem 28. Juni 2025 gilt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz auch für Online-Shops. Shopware 6.7 liefert dafür die technische Grundlage, aber jedes Theme und jede Anpassung muss dieses Niveau halten. Wer heute ein Theme auswählt, prüft Barrierefreiheit, Performance und Update-Sicherheit vor dem Design.
Das Theme entscheidet, wie schnell, barrierefrei und update-sicher ein Shop ist, und bindet Budget für Jahre. Dieser Beitrag richtet sich an Shop-Betreiber und E-Commerce-Verantwortliche, die für einen neuen oder bestehenden Shopware-6-Shop zwischen Standard-Theme, Store-Theme und eigenem Theme wählen.
Nach dem Lesen können Sie die drei Varianten mit ihren Kosten über fünf Jahre vergleichen, ein Store-Theme nach acht Kriterien prüfen und entscheiden, ab wann sich ein eigenes Theme rechnet.
Wir haben vor der Gründung von solution25 selbst einen Online-Shop betrieben und wissen, wie viel Umsatz an einer Produktseite hängt, die auf dem Smartphone nicht funktioniert. Seit 2017 setzen wir Shopware-Projekte um, mit angepassten Store-Themes genauso wie mit eigenen Themes für Marken und B2B-Händler. Alle Preise Stand Oktober 2026, zuzüglich Mehrwertsteuer.
Ein Theme bestimmt in Shopware 6, wie die Storefront aussieht: Layout, Farben, Schriften, Abstände, Produktboxen, Header und Footer. Technisch ist es eine Erweiterung, als Plugin oder als App, die Templates, Styles und Konfiguration des Standard-Themes überschreibt (Quelle: developer.shopware.com).
Alle drei Varianten bauen auf demselben Fundament auf. Das Standard-Theme ist immer die Basis, Store-Themes und eigene Themes erben davon und ändern nur, was anders sein soll.
| Variante | Was Sie bekommen | Kosten | Passt für |
|---|---|---|---|
| Standard-Theme (Storefront) | Responsives Bootstrap-Theme mit Theme-Manager für Logo, Farben und Schriften, von Shopware auf WCAG 2.1 AA ausgelegt | 0 € Lizenz, Konfiguration 3.000 bis 5.000 € | Starter-Shops, B2B-Shops mit Fokus auf Funktion, Migrationen unter Zeitdruck |
| Store-Theme | Fertiges Design mit hunderten Einstellungen, zusätzlichen Erlebniswelten-Blöcken und Hersteller-Support | 19 bis 49 € im Monat, Einrichtung 3.000 bis 8.000 € | Kleine und mittlere B2C-Shops ohne eigenes Designteam |
| Eigenes Theme | Individuelles Design, eigene Komponenten und Erlebniswelten-Blöcke, volle Kontrolle über Code und Performance | 5.000 bis 30.000 € einmalig | Marken mit Designsystem, Shops mit besonderen Produktseiten, komplexe B2B-Anforderungen |
Die Entscheidung fällt selten am Design allein. Wichtiger sind die Fragen nach Update-Sicherheit, Barrierefreiheit und danach, wer das Theme in drei Jahren noch pflegt.
Wer versteht, wie Shopware 6 Templates aufgebaut sind, versteht auch, warum Anpassungen an der falschen Stelle beim nächsten Update verloren gehen.
Die Storefront von Shopware 6 ist eine klassische, serverseitig gerenderte PHP-Anwendung. Als Template-Engine dient Twig, die Styles sind in SCSS geschrieben, und das Layout basiert auf dem Bootstrap-Framework, seit Shopware 6.5 in Version 5 und ohne jQuery (Quellen: Storefront-Konzept, Developer News zu Bootstrap 5).
Jede Seite besteht aus Twig-Templates mit benannten Blöcken. Ein Theme überschreibt einzelne Blöcke, zum Beispiel das Logo oder die Produktbox, und behält den Rest des Originals bei. Wie Twig in Shopware arbeitet, erklärt unser Beitrag zur Twig Template-Engine.
Das Herzstück jedes Themes ist die Datei theme.json. Sie legt Name, Autor, Vorschaubild und vor allem die Reihenfolge fest, in der Templates (views), Styles (style), JavaScript (script) und Assets geladen werden (Quelle: Theme Configuration).
Jedes Theme erbt vom Standard-Theme, in der Konfiguration als @Storefront bezeichnet. Templates werden in dieser Reihenfolge aufgelöst: zuerst die Storefront, dann installierte Plugins, dann ein eventuelles Eltern-Theme, zuletzt das eigene Theme (Quelle: Theme Inheritance).
Im Admin verwaltet der Theme-Manager alle installierten Themes. Händler ändern dort ohne Code die Farben, Schriften, Statusmeldungen, den Kaufen-Button, das Logo (getrennt für Desktop, Tablet und Mobil), das Favicon und das App-Icon (Quelle: docs.shopware.com).
Ein Theme wird je Verkaufskanal zugewiesen. Ein Händler mit B2C- und B2B-Kanal kann also zwei Themes parallel betreiben oder dasselbe Theme mit abweichender Konfiguration duplizieren. Welche Felder der Theme-Manager anbietet, legt der Theme-Entwickler in der theme.json fest, von Farbe und Schrift bis zu Medien und Schaltern.
Shopware 6.7 ist seit dem 17. Juni 2025 verfügbar und hat die Storefront an mehreren Stellen umgebaut. Header und Footer werden per ESI geladen, also als getrennt zwischengespeicherte Seitenteile, die Basisschriftgröße liegt beim Browser-Standard von 1 rem (16 Pixel), die Paginierung nutzt Links statt Radio-Buttons, und Icons tragen standardmäßig aria-hidden (Quelle: Release Notes 6.7.0.0).
Alle Barrierefreiheitsverbesserungen, die in 6.6 noch hinter dem optional einschaltbaren Feature-Flag ACCESSIBILITY_TWEAKS lagen, sind seit 6.7.0 Standard. Seit 6.7.11 gibt es außerdem Storefront Components, wiederverwendbare Oberflächenbausteine auf Basis von Symfony UX Twig Components, deren Styles mit dem Build-Werkzeug Vite entstehen und die die Theme-Konfiguration als CSS-Variablen (CSS Custom Properties) bereitstellen (Quelle: Storefront Components).
Für Themes aus der 6.6-Zeit heißt das: Die Überschreibungen für Header, Footer, Produktbox und Paginierung müssen vor dem Update geprüft werden. Die Blocknamen sind laut Shopware gleich geblieben, die Templates dahinter nicht immer.
Das Standard-Theme wird oft unterschätzt. Es ist responsiv, von Shopware auf WCAG 2.1 AA und BITV 2.0 (die Barrierefreiheitsverordnung für Behördenseiten) ausgelegt, wird mit jedem Release gepflegt und bringt mit den Erlebniswelten einen vollwertigen Page Builder für Startseite, Kategorien, Landingpages und Produktseiten mit.
Mit 6.7 hat Shopware die JavaScript- und CSS-Dateien der Storefront nach eigenen Angaben um rund 25 % verkleinert (Quelle: shopware.com). Ein unverändertes Standard-Theme ist deshalb in der Regel das schnellste Theme, das Sie bekommen können, und jede Erweiterung macht es langsamer, nicht schneller.
In drei Fällen ist das angepasste Standard-Theme die beste Wahl:
Seine Grenzen erreicht das Standard-Theme, wenn eine Marke ein eigenes Designsystem hat, wenn Produktseiten besondere Darstellungen brauchen (Konfiguratoren, Größentabellen) oder wenn das Marketing mehr Erlebniswelten-Blöcke will, als Shopware mitliefert.
Der Shopware Store listet in der Kategorie Themes derzeit 136 Erweiterungen (Stand 28. Oktober 2026). Der Markt ist konzentriert: Die Premium-Themes auf den vorderen Plätzen stammen fast alle von TC-Innovations (ThemeWare), Zenit Design (HORIZON, STRATUS, GRAVITY, ATMOS, SPHERE) und RH-Webdesign.
Fast alle Themes werden als Mietlizenz angeboten. Der im Store angezeigte Preis „ab 39 € im Monat“ gilt bei jährlicher Zahlung, monatlich kündbar kosten dieselben Themes 49 €. Die meisten Hersteller bieten über den Store einen kostenlosen Probemonat an.
| Theme | Hersteller | Preis (zzgl. MwSt.) | Besonderheiten |
|---|---|---|---|
| ThemeWare Modern Pro | TC-Innovations GmbH | 39 € im Monat bei jährlicher Zahlung (468 € im Jahr), 49 € monatlich kündbar | Gold zertifiziert, 116 Bewertungen (4,9 Sterne), über 85 CMS-Komponenten, laut Hersteller BFSG-konform, freigegeben bis 6.7.15 |
| HORIZON Pro | Zenit Design GmbH | 39 € im Monat bei jährlicher Zahlung (468 € im Jahr), 49 € monatlich kündbar | 21 Bewertungen (5,0 Sterne), Demodaten-Installer mit 18 Vorlagen, über 67 CMS-Komponenten, laut Hersteller nach BFSG optimiert |
| ATMOS Pro | Zenit Design GmbH | 39 € im Monat bei jährlicher Zahlung (468 € im Jahr), 49 € monatlich kündbar | Dark- und Light-Modus, über 67 CMS-Komponenten, freigegeben bis 6.7.15 |
| WHOLESALER PRO | RH-Webdesign | 19 € im Monat bei jährlicher Zahlung (228 € im Jahr), 29 € monatlich kündbar | Gold zertifiziert, über 1.000 Einstellungen, freigegeben bis 6.7.12 |
| ThemeWare Cloud | TC-Innovations GmbH | ab 32,50 € im Monat | App-Variante für Shopware Cloud (SaaS), auch für selbst gehostete Shops nutzbar |
| FreeTheme One | TC-Innovations GmbH | kostenlos, Zusatzfunktionen als kostenpflichtige Add-ons | Für Einstieg, Tests und kleine Nischenshops, 10 Bewertungen (4,9 Sterne) |
Alle Angaben stammen von den Produktseiten im Shopware Store und können sich ändern. Befristete Aktionspreise sind nicht berücksichtigt.
468 € im Jahr für ein Premium-Theme sind über fünf Jahre 2.340 €. Dafür enthalten die Lizenzen Updates für neue Shopware-Versionen und den Support des Herstellers. Endet die Miete, endet das Nutzungsrecht, und der Shop braucht ein neues Theme.
Dazu kommen In-App-Käufe: Bei ThemeWare Modern Pro kostet das CMS-Bundle 1,99 € im Monat zusätzlich, bei RH-Webdesign gibt es CMS-Bundle und Theme-Features als Add-ons. Rechnen Sie das Paket durch, nicht den Einstiegspreis.
Die von Shopware selbst entwickelten Premium-Themes (Elle, Showroom, Shape, Cinema, Emporium) sind abgekündigt, nicht mit Shopware 6.7 kompatibel und erfüllen die Anforderungen an Barrierefreiheit nicht. Shopware empfiehlt ausdrücklich den Wechsel auf ein aktiv gepflegtes Theme (Quelle: docs.shopware.com).
Ein Theme sieht in der Demo immer gut aus. Entscheidend ist, wie es sich mit Ihren Produkten, Ihren Plugins und Ihrem Update-Rhythmus verhält. Diese acht Kriterien prüfen wir vor jeder Empfehlung:
Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) gilt seit dem 28. Juni 2025 und erfasst ausdrücklich Dienstleistungen im elektronischen Geschäftsverkehr, also Online-Shops für Verbraucher (Paragraf 1 Absatz 3 BFSG). Ausgenommen sind nur Kleinstunternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten und höchstens 2 Millionen € Jahresumsatz oder Bilanzsumme (Paragraf 3 Absatz 3 BFSG, Quelle: gesetze-im-internet.de).
Verstöße können mit Bußgeldern bis 100.000 € geahndet werden (Paragraf 37 BFSG), dazu kommen Abmahnungen durch Wettbewerber und Verbände. Als technischer Maßstab gilt die Norm EN 301 549, die für Webinhalte auf die WCAG 2.1 auf Stufe AA verweist, und der Shop muss eine Erklärung zur Barrierefreiheit bereitstellen (Quelle: IHK Stuttgart).
Reine B2B-Shops, die nur an Unternehmen verkaufen, fallen nicht unter das Gesetz. Sobald Verbraucher bestellen können, gilt die Pflicht für den gesamten Bestellprozess, eine allgemeine Übergangsfrist für bestehende Shops sieht das Gesetz nicht vor.
Shopware hat sich für die Storefront auf WCAG 2.1 AA und BITV 2.0 festgelegt und prüft das mit automatisierten Playwright-Tests und axe. Die Verbesserungen aus 6.6 (Tastaturbedienung, sichtbare Fokus-Zustände, Paginierung mit Links, Vergrößerung auf 200 % ohne Umbruchfehler, beschriftete Buttons im Warenkorb) sind in 6.7 Standard (Quelle: Accessibility in the Storefront).
Das hilft nur, solange das Theme diese Strukturen nicht wieder überschreibt. Typische Problemstellen sind Slider ohne Pausefunktion, Markenfarben mit zu wenig Kontrast auf Buttons, Icon-Buttons ohne Beschriftung, Mega-Menüs ohne Tastaturbedienung und Text auf Bildern. Prüfen Sie deshalb vier Punkte, bevor ein Theme live geht:
Ein eigenes Theme ist technisch ein Plugin, das vom Standard-Theme erbt und nur die Templates, Styles und Skripte enthält, die vom Standard abweichen. Mit dem Konsolenbefehl theme:create legt Shopware die Grundstruktur an, danach wird das Theme installiert, dem Verkaufskanal zugewiesen und kompiliert (Quelle: Create a Theme).
So läuft eine Shopware Theme Entwicklung bei uns ab:
Ein eigenes Theme dauert damit 8 bis 14 Wochen, in einem Shop-Projekt parallel zu Datenmigration und Schnittstellen. Ein eigenes Design ohne Prototyp ist in 4 bis 6 Wochen möglich.
Die Beauty- und Hautpflegemarke HelloBody kam mit einer langsamen Storefront, uneinheitlichem Markenauftritt und vielen Abbrüchen vor dem Checkout zu uns. Wir haben ein vollständig eigenes Theme mit eigener Komponentenstruktur entwickelt, statt bestehende Shopware-Templates anzupassen, dazu Caching, Bildkompression, Lazy Loading und CDN. Laut Case Study stiegen die Conversion-Raten deutlich, vor allem auf Produktdetailseiten und im Checkout, und das Team reagiert mit weniger Entwicklerhilfe auf saisonale Kampagnen.
Bei der Kosmetikmarke Banana Beauty haben wir das Frontend des Shopware-Shops von Grund auf neu gestaltet und entwickelt, zusammen mit Performance- und SEO-Maßnahmen. Laut Case Study stiegen danach die Conversions um 28 Prozent, die Ladezeiten sanken um 40 Prozent, und der organische Traffic legte um 35 Prozent zu.
Die folgenden Spannen sind Erfahrungswerte aus unseren Projekten, keine Listenpreise. Sie passen zu den Budgets in unserem Beitrag zu den Shopware Kosten, in dem Design und UX je nach Umfang mit 5.000 bis 30.000 € angesetzt sind.
| Position | Umfang | Kosten |
|---|---|---|
| Standard-Theme konfigurieren | Logo, Farben, Schriften, Favicon, Startseite und Kategorien als Erlebniswelten, Rechtstexte, Tests | 3.000 bis 5.000 € |
| Store-Theme einrichten und anpassen | Konfiguration, Demodaten entfernen, Erlebniswelten aufbauen, kleinere Template-Änderungen in einem abgeleiteten Theme | 3.000 bis 8.000 € plus 228 bis 588 € Miete im Jahr |
| Eigenes Theme ohne Prototyp | Eigenes Design auf Basis des Standard-Themes, 5 bis 10 angepasste Templates, Farb- und Schriftsystem | 5.000 bis 12.000 € |
| Eigenes Theme mit UX-Konzept | Wireframes, Klickprototyp, individuelle Produktseite, eigene Erlebniswelten-Blöcke, Barrierefreiheitsprüfung | 15.000 bis 30.000 € |
| Theme-Anpassung bei Versionssprung | Templates und SCSS an eine neue Version anpassen, zum Beispiel 6.6 auf 6.7, inklusive Plugin-Abstimmung | 1.500 bis 8.000 € |
Spezialisierte Shopware-Agenturen rechnen mit 100 bis 180 € je Stunde. Ein eigenes Theme für 15.000 € entspricht also rund 85 bis 150 Stunden, verteilt auf Design, Entwicklung und Tests.
Ein Store-Theme mit Einrichtung kostet im ersten Jahr 3.200 bis 8.600 €, über fünf Jahre mit Miete 4.000 bis 11.000 €. Ein eigenes Theme ohne Prototyp liegt bei 5.000 bis 12.000 € einmalig und ist danach lizenzfrei. Über fünf Jahre nehmen sich beide Wege finanziell wenig, der Unterschied liegt in Kontrolle und Abhängigkeit.
Beim Store-Theme hängen Sie am Update-Takt und an den Produktentscheidungen des Herstellers. Beim eigenen Theme besitzen Sie den Code und können die Agentur wechseln. Ab einem mittleren sechsstelligen Jahresumsatz, wenn Details auf Produktseite und Checkout messbar Umsatz bedeuten, lohnt sich das eigene Theme nach unserer Erfahrung fast immer.

Abbildung: Die Grafik vergleicht die vier Wege über fünf Jahre; zwischen Store-Theme und eigenem Theme entscheidet weniger der Preis als die Frage, wer den Code kontrolliert. Theme-Miete: Shopware Store, Stand 28. Oktober 2026; Einrichtung und Entwicklung: Erfahrungswerte solution25
Der häufigste Grund für kaputte Shops nach einem Update sind Anpassungen am falschen Ort. Die Vererbung von Shopware 6 löst dieses Problem, wenn man sie nutzt.
Wer ein gekauftes Theme anpassen will, legt ein eigenes Theme an, das vom Store-Theme erbt. In der theme.json wird dazu der Platzhalter des Eltern-Themes in die Listen views, style, script und asset eingetragen, jeweils vor den eigenen Dateien. Das Store-Theme bleibt unverändert und erhält weiter Updates.
Seit Shopware 6.4.8 lassen sich über configInheritance auch die Konfigurationsfelder des Eltern-Themes übernehmen (Quelle: Theme Inheritance Configuration). Ein Händler kann so ein Basis-Theme mit Corporate Design führen und für das Weihnachtsgeschäft ein abgeleitetes Theme pflegen, das nur wenige Wochen im Jahr aktiv ist.
Shopware veröffentlicht Patch-Releases nach Bedarf, Zwischenversionen monatlich und etwa einmal im Jahr einen Versionssprung wie von 6.6 auf 6.7. Bei Patch-Releases bricht ein sauber gebautes Theme selten, bei einem Versionssprung fast immer irgendwo, weil Templates umstrukturiert, Blöcke verschoben oder SCSS-Mixins (wiederverwendbare Stilbausteine) entfernt werden.
Der sichere Ablauf: Update auf der Staging-Umgebung einspielen, Hersteller-Update des Themes einspielen, Theme kompilieren, danach die Seitentypen mit eigenen Überschreibungen prüfen. Wer dokumentiert hat, welche Templates warum überschrieben sind, braucht dafür Stunden statt Tage. Mehr zur Technik steht in unseren Beiträgen zur Theme-Erweiterung und zum Theme-Manager.
Voraussetzung für jede der drei Varianten ist eine Staging-Umgebung, auf der Theme, Plugins und Shopware-Updates gemeinsam getestet werden. Ein eigenes Theme setzt außerdem Twig-, SCSS- und Bootstrap-Kenntnisse im Team oder bei der Agentur voraus.
Für eine erste Einordnung reicht ein Blick auf Ihre Situation:
| Ihre Situation | Empfehlung | Budget |
|---|---|---|
| B2B-Shop, Funktion vor Optik, eigene Prozesse und Schnittstellen | Standard-Theme, angepasst über Theme-Manager und wenige Templates | 3.000 bis 5.000 € |
| B2C-Shop bis etwa 1 Mio. € Umsatz, kein Designteam, schneller Start | Premium-Theme aus dem Store, von einer Agentur eingerichtet, Anpassungen in einem abgeleiteten Theme | 3.000 bis 8.000 € plus Miete |
| Marke mit Designsystem oder Shop mit besonderen Produktseiten | Eigenes Theme auf Basis des Standard-Themes, mit Prototyp | 15.000 bis 30.000 € |
| Migration von Shopware 5 unter Zeitdruck | Erst Standard-Theme im alten Look, eigenes Theme in einer zweiten Phase | 3.000 bis 5.000 €, später 5.000 bis 30.000 € |
| Shopware Cloud (SaaS) | App-Theme aus dem Store (Cloud-Editionen), eigene Themes nur als App | ab 19 € im Monat plus Einrichtung |
Wenn Sie zwischen Store-Theme und Eigenentwicklung schwanken: Starten Sie mit dem Standard-Theme, messen Sie drei Monate, und investieren Sie dann dort, wo die Zahlen eine Schwäche zeigen. Ein eigenes Theme lässt sich jederzeit nachrüsten, ohne den Shop neu aufzusetzen.
Unsere Einschätzung: Für B2C-Shops ohne eigenes Designsystem empfehlen wir zum Start das Standard-Theme oder ein Premium-Theme mit abgeleitetem Theme, weil beide in wenigen Wochen live gehen und die Update-Arbeit bei Shopware oder dem Hersteller bleibt. Ein eigenes Theme empfehlen wir, sobald die Marke ein Designsystem mitbringt, Produktseiten Sonderdarstellungen brauchen oder die Messwerte eine Schwäche zeigen, die das Store-Theme nicht beheben kann. Barrierefreiheit prüfen wir in jedem Fall im Prototyp, nicht nach dem Go-live.
Messen Sie in den ersten acht Wochen nach dem Go-live wöchentlich, danach monatlich und nach jedem Shopware-Update. Vergleichen Sie mit den vier Wochen vor dem Wechsel und, wegen der Saison, mit dem Vorjahreszeitraum.
Nachsteuern sollten Sie, wenn die Search Console mobile URLs als „Schlecht“ oder „Optimierung erforderlich“ einstuft, die mobile Conversion-Rate unter dem Vergleichszeitraum bleibt oder axe kritische Fehler meldet.
Ein Template ist in Shopware 6 eine einzelne Twig-Datei, zum Beispiel für die Produktbox oder den Header. Ein Theme ist das Paket aus vielen Templates, SCSS-Styles, JavaScript, Assets und der Konfiguration in der theme.json. Wer nach „Shopware 6 Templates“ sucht, meint in der Regel ein Theme.
Ja. Das Standard-Theme ist kostenlos und wird von Shopware gepflegt, und im Store gibt es einzelne kostenlose Themes wie FreeTheme One von TC-Innovations, bei dem Zusatzfunktionen als Add-ons bezahlt werden. Die früheren Premium-Themes von Shopware sind abgekündigt und unter 6.7 nicht mehr nutzbar.
Mit dem Konsolenbefehl theme:create legt Shopware ein Theme-Plugin mit theme.json sowie einem SCSS- und JavaScript-Grundgerüst an. Danach wird es installiert, per theme:change einem Verkaufskanal zugewiesen und kompiliert. Für das Design selbst braucht es Twig-, SCSS- und Bootstrap-Kenntnisse.
Ja, über ein eigenes Theme, das vom Store-Theme erbt. Die eigenen Templates und Styles liegen dann getrennt vom gekauften Theme, das weiterhin Updates des Herstellers erhält. Direkt im Code des Store-Themes sollte nichts geändert werden.
Nein. Shopware 6 hat ein neues Theme-System mit Twig statt Smarty, Bootstrap 5 und einer anderen Template-Struktur. Bei der Migration von Shopware 5 auf 6 wird das Theme neu gebaut, entweder als angepasstes Standard-Theme oder als eigenes Theme.
In der SaaS-Variante von Shopware laufen keine Plugins, also auch keine Plugin-Themes. Themes müssen dort als App bereitgestellt werden, einige Hersteller bieten dafür eigene Cloud-Editionen an, zum Beispiel ThemeWare Cloud ab 32,50 € im Monat. Ein individuelles Theme ist in der Cloud nur als App-Theme möglich.
Sie planen einen neuen Shopware-Shop oder ein neues Design und möchten wissen, ob ein Store-Theme reicht oder ein eigenes Theme sinnvoll ist? Schreiben Sie uns, wir prüfen Anforderungen, Plugins und Budget und sagen Ihnen, welche Variante zu Ihrem Shop passt.
Ihr Shop läuft bereits? Unsere kostenlose Shop-Analyse zeigt, wo Ihr aktuelles Theme Umsatz kostet: Ladezeit, mobile Darstellung, Barrierefreiheit und Hürden auf Produktseite und im Checkout.
Mehr über unsere Arbeitsweise, Zertifizierungen und Standorte lesen Sie auf der Seite Shopware Agentur solution25.

Besnik Bilalli ist Gründer und CEO von solution25, der Shopware Agentur aus Bremen. Vor der Agenturgründung 2017 hat er selbst einen Online-Shop aufgebaut und auf mehr als 500 Bestellungen am Tag gebracht. Seitdem begleitet er Händler bei Shopware-Projekten, von der ersten Kalkulation bis zum laufenden Betrieb. Fragen zum Artikel beantwortet er gern persönlich: Kontakt aufnehmen.
Verantwortlich für Inhalt und Aktualisierung: Besnik Bilalli. Stand: Oktober 2026. Nächste inhaltliche Prüfung: Januar 2027.