
Eigene Stelle, Freelancer oder Agentur: was ein Shopware-Entwickler im Haus wirklich kostet, ab wie vielen Stunden er sich rechnet und was bei externen Entwicklern Pflicht ist. Mit Rechenbeispiel und Checkliste.
Eine eigene Shopware-Stelle kostet rund 82.000 € im Jahr. Das sind Gehalt, Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung und Arbeitsplatz zusammen, umgerechnet rund 58 € je produktiver Stunde. Sie rechnet sich, wenn dauerhaft mehr als rund 1.000 Stunden Shopware-Arbeit im Jahr anfallen.
Darunter ist extern meist günstiger. Freelancer mit Shopware-Schwerpunkt nehmen 70 bis 120 € pro Stunde, Agenturen 100 bis 180 €. Ein Freelancer passt zu klar umrissenen Aufgaben, eine Agentur zu Projekten mit Schnittstellen, Design und festem Go-live.
Egal welches Modell: Der Code gehört in Ihr Repository, jeder Entwickler bekommt eigene Zugänge, und mit Externen schließen Sie einen Auftragsverarbeitungsvertrag. Einen Freelancer, der Vollzeit wie ein Angestellter mitarbeitet, prüfen Sie vorher auf Scheinselbstständigkeit.
Dieser Beitrag richtet sich an Geschäftsführer und E-Commerce-Verantwortliche, die einen Shopware-Shop betreiben und vor einer Frage stehen: Holen wir uns einen Entwickler ins Haus oder geben wir die Arbeit nach draußen? Sie erfahren, was eine eigene Stelle tatsächlich kostet, wie lange die Suche dauert, welche Risiken bei Freelancern lauern und was Sie vertraglich regeln müssen.
Ich betreue bei solution25 die Datenschutz- und Compliance-Themen unserer Shop-Projekte. Die Frage nach dem richtigen Entwicklermodell landet deshalb oft bei mir, meist in Form von Zugängen, Verträgen und der Frage, wem der Code gehört. Wir sind selbst eine Agentur. Deshalb rechne ich die eigene Stelle unten offen vor, auch dort, wo sie günstiger ist als wir.
Alle Preise Stand November 2026, zuzüglich Mehrwertsteuer. Wie sich Agenturangebote im Detail zusammensetzen, steht in unserem Beitrag zu den Shopware Agentur Preisen.
Die drei Modelle unterscheiden sich weniger im Stundensatz als darin, wie schnell sie verfügbar sind und was passiert, wenn jemand ausfällt.
| Modell | Kosten | Startklar | Stärken | Grenzen |
|---|---|---|---|---|
| Eigene Stelle | rund 82.000 € Vollkosten im Jahr, rund 58 € je produktiver Stunde | IT-Stellen bleiben im Schnitt 7,7 Monate offen, dazu Kündigungsfrist | Wissen bleibt im Haus, kurze Wege, volle Verfügbarkeit | eine Person, ein Profil, keine Vertretung bei Urlaub und Krankheit |
| Freelancer | 70 bis 120 € pro Stunde, auf freelancermap im Schnitt 80 € | meist innerhalb weniger Wochen | flexibel, direkter Kontakt, günstig bei klaren Aufgaben | keine Vertretung, Risiko Scheinselbstständigkeit bei Dauereinsatz |
| Agentur | 100 bis 180 € pro Stunde | nach Angebot und Konzeption, meist innerhalb weniger Wochen | Team mit Projektleitung, Design, Tests und Vertretung | höherer Stundensatz, oft Mindestprojektgrößen |
| Mischmodell | Produktverantwortung im Haus, Umsetzung extern | sofort, das interne Team wächst mit | Steuerung bleibt bei Ihnen, Kapazität nach Bedarf | braucht intern jemanden, der Prioritäten setzt und abnimmt |
Die Vollkosten der eigenen Stelle leiten wir im nächsten Abschnitt her. Die Startzeiten von Freelancern und Agenturen sind Erfahrungswerte aus unseren Projekten.
Das Gehalt ist nur der sichtbare Teil. Für eine ehrliche Rechnung brauchen Sie die Vollkosten und die Stunden, die am Ende wirklich in den Shop fließen. Eine eigene Gehaltsstatistik für Shopware gibt es nicht, die nächste Vergleichsgruppe sind PHP-Entwickler.
| Position | Betrag | Grundlage |
|---|---|---|
| Bruttogehalt PHP-Entwickler, Median | 63.750 € | Robert Half, Gehaltsübersicht 2026 (Spanne 56.500 bis 77.750 €) |
| Arbeitgeberanteil Sozialversicherung, rund 21 % | 13.388 € | Beitragssätze 2026 |
| Arbeitsplatz, Hardware, Lizenzen, Weiterbildung | 5.000 € | Annahme, darin der Shopware Academy Pass für 999 € |
| Vollkosten pro Jahr | 82.138 € | |
| Produktive Stunden pro Jahr | 1.428 | Annahme: 30 Tage Urlaub, 10 Feiertage, 10 Krankheitstage, 15 % für Abstimmung |
| Kosten je produktiver Stunde | rund 58 € |
Für dieselben rund 82.000 € bekommen Sie rund 1.030 Stunden bei einem Freelancer zu 80 € oder rund 630 Stunden bei einer Agentur zu 130 €. Daraus ergibt sich eine einfache Faustregel: Fallen dauerhaft weniger als rund 600 Stunden Shopware-Arbeit im Jahr an, ist extern fast immer günstiger. Ab rund 1.000 Stunden lohnt es sich, eine eigene Stelle durchzurechnen.
Nicht in der Rechnung stehen drei Posten, die eine eigene Stelle zusätzlich verteuern:
Praxis-Tipp: Zählen Sie vor der Entscheidung die Stunden der letzten zwölf Monate aus Ihrem Ticketsystem oder aus den Rechnungen Ihrer Dienstleister. Ohne diese Zahl ist jede Rechnung geraten.
Selbst wenn sich die Stelle rechnet, muss sie erst besetzt werden. Laut Bitkom fehlen in Deutschland 2026 rund 79.000 IT-Fachkräfte, und 97 % der befragten Unternehmen haben Schwierigkeiten, IT-Stellen zu besetzen. Eine IT-Stelle bleibt im Schnitt 7,7 Monate unbesetzt. Dazu kommt die Kündigungsfrist der neuen Kollegin oder des neuen Kollegen beim bisherigen Arbeitgeber.
Entwickler mit Shopware-6-Erfahrung sind ein kleiner Ausschnitt dieses Marktes. Ein Anhaltspunkt: Auf freelancermap sind knapp 1.000 Freelancer mit Shopware im Profil gelistet.
Shopware 6 ist eine Symfony-Anwendung. Die Storefront baut auf Twig und Bootstrap, die Administration ist eine Vue.js-Anwendung, die über die Admin API mit dem Kern spricht. Ein guter PHP-Entwickler kann sich einarbeiten, braucht aber Zeit für Plugin-System, Datenmodell, Rule Builder und Update-Zyklen.
Ein brauchbarer Filter sind die Zertifizierungen der Shopware Academy, etwa Certified Backend Developer, Certified Frontend Developer oder Certified Solution Architect. Der Academy Pass mit Zugang zu allen Prüfungen kostet 999 € im Jahr pro Person. Woran Sie erfahrene Entwickler im Gespräch erkennen, haben wir unter Shopware Entwickler finden zusammengefasst.
Ein erfahrener Freelancer ist für ein Plugin, ein Update oder eine überschaubare Schnittstelle oft die wirtschaftlichste Wahl. Der Freelancer-Kompass 2026 von freelancermap nennt für IT-Freelancer in Deutschland einen Durchschnitt von 103 € pro Stunde. Freelancer mit Shopware im Profil liegen auf der Plattform im Schnitt bei 80 €.
Zwei Risiken sollten Sie kennen.
Risiko 1: keine Vertretung. Wird der Freelancer krank, ist er im Urlaub oder nimmt er ein größeres Projekt an, steht Ihre Entwicklung. Bei einem Shop, der am Wochenende Umsatz macht, ist das ein echtes Problem. Klären Sie vorher, wer im Notfall übernimmt und ob die Dokumentation dafür reicht.
Risiko 2: Scheinselbstständigkeit. Arbeitet ein Freelancer über Monate in Vollzeit, nach Ihren Vorgaben, in Ihrem Team und mit Ihrer Hardware, kann die Deutsche Rentenversicherung darin eine Anstellung sehen. Dann zahlen Sie als Auftraggeber die Sozialversicherungsbeiträge nach, und zwar bis zu vier Jahre rückwirkend, bei Vorsatz bis zu 30 Jahre (§ 25 SGB IV).
Typische Warnzeichen sind:
Praxis-Tipp: Vereinbaren Sie mit Freelancern Ergebnisse statt Anwesenheit, etwa ein Plugin nach Spezifikation oder ein Update-Paket. Planen Sie einen Dauereinsatz, beantragen Sie vor dem Start ein Statusfeststellungsverfahren bei der Clearingstelle der Deutschen Rentenversicherung. Das kostet nichts und schafft Klarheit für beide Seiten.
Eine spezialisierte Shopware-Agentur rechnet in Deutschland mit 100 bis 180 € pro Stunde. Dafür bekommen Sie mehr als eine Person: Projektleitung, Design, Entwicklung, Tests und eine Vertretung, wenn jemand ausfällt. Ein Entwickler, der täglich mit Shopware 6 arbeitet, braucht für dieselbe Aufgabe oft deutlich weniger Stunden als ein Generalist.
Eine Agentur lohnt sich vor allem bei einem Relaunch, einer Migration, einer ERP-Anbindung oder einem B2B-Shop. Also überall dort, wo mehrere Rollen gleichzeitig gefragt sind und ein Termin feststeht. Für einzelne Kleinigkeiten ist sie oft zu teuer. Wie Sie Agenturangebote Position für Position vergleichen, zeigt unser Beitrag zu den Shopware Agentur Preisen.
Ein Entwickler sieht fast immer Kundendaten, sei es im Admin, in Bestellungen, in Logdateien oder in einem Datenbank-Dump. Damit ist die Wahl des Modells auch eine Datenschutzfrage.
| Eigene Stelle | Freelancer oder Agentur | |
|---|---|---|
| Vertrag zum Datenschutz | Verpflichtung auf Vertraulichkeit (Art. 29, Art. 32 Abs. 4 DSGVO) | Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO |
| Sitz außerhalb der EU | entfällt | Data Privacy Framework oder Standardvertragsklauseln prüfen |
| Zugänge | persönlich, mit Zwei-Faktor-Anmeldung | persönlich, mit Zwei-Faktor-Anmeldung, nur so weit wie nötig |
| Ende der Zusammenarbeit | Zugänge am letzten Arbeitstag sperren | Zugänge am letzten Projekttag sperren, Daten löschen oder zurückgeben lassen |
Drei Punkte fehlen in der Praxis oft. Erstens gehört der Code in ein Git-Repository auf Ihrem Firmenkonto, nicht auf dem des Entwicklers. Zweitens arbeitet niemand mit einem geteilten Admin-Zugang. Drittens bekommen Entwickler für die Staging-Umgebung eine anonymisierte Datenbank statt echter Kundendaten. Was sonst zum Datenschutz im Shop gehört, steht in unserem Beitrag Datenschutz im Onlineshop.
Fünf Fragen bringen Sie in wenigen Minuten zu einer belastbaren Richtung.
Unsere Einschätzung: Für die meisten mittelständischen Händler funktioniert ein Mischmodell am besten. Die Produktverantwortung liegt bei einer Person im Haus, die Prioritäten setzt und Ergebnisse abnimmt. Entwickelt wird extern, über eine Agentur mit festem Stundenkontingent oder einen Freelancer für klar umrissene Pakete. Ab rund 1.000 Stunden im Jahr ergänzt eine eigene Entwicklerstelle das Modell, die Agentur bleibt für Spitzen, Architekturfragen und Updates.
Eine eigene Statistik für Shopware gibt es nicht. PHP-Entwickler verdienen laut Robert Half 2026 zwischen 56.500 und 77.750 € im Jahr, der Median liegt bei 63.750 €. Für den Arbeitgeber kommen rund 21 % Sozialversicherung hinzu.
Freelancer mit Shopware-Schwerpunkt nehmen 70 bis 120 €, auf freelancermap im Schnitt 80 €. Agenturen in Deutschland rechnen mit 100 bis 180 €. Ein eigener Entwickler kostet in unserem Rechenbeispiel rund 58 € je produktiver Stunde, und zwar auch dann, wenn gerade wenig zu tun ist.
Wenn dauerhaft mehr als rund 1.000 Stunden Shopware-Arbeit im Jahr anfallen und jemand im Haus die Arbeit steuern und den Code prüfen kann. Darunter ist ein Freelancer oder eine Agentur in der Regel günstiger.
IT-Stellen bleiben laut Bitkom im Schnitt 7,7 Monate unbesetzt. Dazu kommen die Kündigungsfrist und die Einarbeitung in Ihren Shop.
Ja, sobald er Zugriff auf personenbezogene Daten hat, etwa auf Bestellungen, Kundenkonten oder einen Datenbank-Dump. Das gilt nach Art. 28 DSGVO für Freelancer genauso wie für Agenturen.
Vereinbaren Sie Ergebnisse statt Arbeitszeit, lassen Sie den Freelancer mit eigener Ausstattung arbeiten und binden Sie ihn nicht wie einen Angestellten ins Team ein. Bei einem langen Einsatz schafft ein Statusfeststellungsverfahren bei der Deutschen Rentenversicherung Klarheit.
Für die Backend-Entwicklung Certified Backend Developer, für Themes Certified Frontend Developer, für Apps Certified App Developer. Bei großen Projekten ist ein Certified Solution Architect im Team sinnvoll. Ein Zertifikat ersetzt keine Referenzen, filtert aber Bewerber ohne Plattformwissen heraus.
Für die laufende Pflege oft ja. Für einen Relaunch, eine Migration oder eine ERP-Anbindung fehlen einer einzelnen Person meist Design, Tests und eine Vertretung. Viele Händler kombinieren deshalb beides.
Sie wollen wissen, wie viel Entwicklung Ihr Shop wirklich braucht, bevor Sie eine Stelle ausschreiben oder ein Angebot einholen? Unsere kostenlose Shop-Analyse zeigt, wo Technik, Plugins und Performance heute stehen. Mit dieser Liste können Sie den Aufwand besser einschätzen, egal ob Sie ihn später intern, mit einem Freelancer oder mit uns umsetzen.
Mehr über unsere Entwicklerteams in Bremen und Prishtina lesen Sie auf der Seite Shopware Entwicklung. Alle Beiträge zum Thema finden Sie in der Kategorie Strategie und Agentur.
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Henrik Schäfer ist TÜV-zertifizierter Datenschutzbeauftragter und betreut bei solution25 die Datenschutz- und Compliance-Themen in E-Commerce-Projekten. Er unterstützt Shopbetreiber dabei, DSGVO-Anforderungen praxistauglich umzusetzen, ohne die Conversion aus dem Blick zu verlieren. Kontakt aufnehmen
Stand: November 2026. Nächste inhaltliche Prüfung: Februar 2027.